Denis

Boniver

Kirchen von

Denis Boniver

In Vorbereitung: Marl | Auferstehungskirche

Denis Joseph Boniver wurde am 18. Februar 1897 in Schalke geboren (seit 1903 ein Stadtteil von Gelsenkirchen). An der Technischen Hochschule in Stuttgart absolvierte er sein Architekturstudium u.a. bei Paul Schmitthenner und Ernst Robert Fiechter. Anschließend war er dort von 1935 bis 1939 als Dozent für Baugeschichte tätig, bevor er an die Hochschule für Baukunst in Weimar wechselte. Er verfasste mehrere architekturtheoretische Schriften, darunter Der Zentralraum. Studien über Wesen und Geschichte (Stuttgart 1937) und Kathedralgotik (Weimar 1944).

Nach dem Krieg ließ Boniver sich in Mettmann (NRW) nieder und eröffnete dort ein eigenes Büro. Er gehörte 1949 dem Arbeitsausschuss des Ev. Kirchbautags an und übernahm in den 1950er und 1960er Jahren sowohl Wiederaufbauten als auch Neubauten zahlreicher evangelischer Kirchen im Ruhrgebiet, u.a. die Neugestaltung der zerstörten ev. Friedenskirche am Schalker Markt und der ev. Altstadtkirche, beide in Gelsenkirchen. 1956 beteiligte er sich am Wettbewerb um den Neubau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Bonivers sakrale Architekturen zeichnen sich durch ihre funktionale Konstruktion (häufig Betonrahmenwerke) bei gleichzeitiger Verwendung vertrauter Materialien wie Holz und Ziegel aus. Sie beruhen oft auf komplexen geometrischen Grundrissen wie Trapez, Ellipse oder Polygon. Überregional bekannt ist der denkmalgeschützte Rundbau der ev. Auferstehungskirche in Bonn-Venusberg (1957). Weitere Bauten Bonivers sind die ev. Erlöserkirche in Iserlohn (1955-1957) und die ev. Auferstehungskirche in Marl-Drewer (1960-1961). Die Ende der 1950er Jahre erbaute ev. Pauluskirche in Essen-Huttrop wurde vor einigen Jahren architektonisch in das neue „Paulus-Quartier“ für Senioren integriert.

Boniver verstarb am 16. Juni 1961 in Düsseldorf. Sein architektonischer Nachlass findet sich im Archiv der Bauhaus-Universität Weimar.

Text: Dr. Manuela Klauser, München
Bild: ev. Auferstehungskirche, Bonn-Venusberg | Foto: Hagmann, eigenes Werk (CC BY-SA 3.0)

 

Literatur (Auswahl)